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Bäuerliche Organisationen als Motor einer besseren Agrarpolitik Afrikas

Wie kann die Rolle afrikanischer bäuerlicher Organisationen für die positive Entwicklung in ihren Ländern weiter und besser unterstützt werden: Nach drei Jahren Zusammenarbeit von AHA/DBV und BMZ für die Stärkung bäuerlicher Organisationen in Afrika trafen sich afrikanische Gäste mit deutschen und europäischen Akteuren aus unterschiedlichen agrarpolitischen Kontexten zum gemeinsamen Austausch über Systeme erfolgreicher Interessenvertretung.

Die Podiumsdiskussion fand am 12. September in Berlin auf Einladung der Parlamentarischen Staatssekretärin im BMZ, Dr. Maria Flachsbarth statt. Das Gespräch führten neben Frau Dr. Flachsbarth unter anderem DBV-Vize-Präsident Werner Schwarz, die Präsidentin des ostafrikanischen Bauernverbandes EAFF, Frau Elisabeth Nsimadala sowie der Referatsleiter für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung in der DG DEVCO der EU Kommission, Herr Dr. Leonard Mizzi.

Die Gäste aus den afrikanischen Partnerländern waren im Vorfeld der Podiumsdiskussion zu einer von der AHA und dem DBV organisierten zweitägigen Fachexkursion geladen. Sie führte die Teilnehmer nach Ribbeck im Havelland auf den Hof von Peter Kaim. Auf fast 1000 Hektar baut er zehn Pflanzenkulturen an, hält 150 Kühe, betreibt eine Biogasanlage und meistert die vielfältigen Aufgaben dank hoher Automatisierung mit nur acht fest angestellten Mitarbeitern. In Afrika wären für einen vergleichbaren Betrieb mindestens 150 Beschäftigte nötig, schätzt der tansanische Landwirt Sinare Yusuf Sinare. Die afrikanischen Besucherinnen und Besucher zeigten sich beeindruckt von den Arbeitsabläufen im Betrieb und vom effizienten Nährstoffkreislauf.

Im Austausch zu Formen der Interessensvertretung traten neben den Gemeinsamkeiten auch die Unterschiede zutage. „In Deutschland sind die Bauernverbände viel besser organisiert. Bei uns fehlen zum Beispiel solche Strukturen auf lokaler Ebene“, stellte Kenneth Katungisa fest, der in Uganda einen Milchviehbetrieb hat. Die europäischen Teilnehmer/innen machten sich die Größenordnungen und Dimensionen der afrikanischen Landwirtschaft bewusst. Allein der Bauernverband für die Region Ostafrika (EAFF) vertritt über 20 Millionen Bäuerinnen und Bauern.

In die abschließende Podiumsdiskussion flossen die vielfältigen Eindrücke und Erfahrungen des dreitägigen Austausches ein. Welche Wirkung, welche Entwicklung, welche Möglichkeiten der Mitgestaltung haben die bäuerlichen Interessensvertretungen in Afrika und Europa? Welche Veränderungen in den agrarpolitischen Systemen sind nötig – und was kann man voneinander lernen? Das abschließende Fazit zur bisherigen europäisch-afrikanischen Zusammenarbeit fiel einhellig positiv aus. Mit Blick auf die Zukunft wurde betont, wie wichtig einerseits das wechselseitige Verständnis für das große Ganze und die internationalen agrarpolitischen Themen und wie wertvoll andererseits der Austausch auf Augenhöhe – von Bauern zu Bauern – sei.

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Ansprechpartner
Nicole Bolomey
Geschäftsleiterin AHA international
Telefon: +49 (0) 228 9192922
n.bolomey@andreas-hermes-akademie.de